das närrische Lexikon

A

Alaaf

„Alaaf“ (ursprünglich „all af“ oder „al-ab“) ist ein traditioneller karnevalistischer Narrenruf, Lob- und Trinkspruch aus dem Rheinland, insbesondere Köln, Aachen und Bonn.

B

Bütt

Ein (meist) fassförmiges Stehpult, in dem der „Büttenredner“ steht. Hier wird Politik, Dorfgeschehen und die örtliche Prominenz ordentlich auf die Schippe genommen.

C

Chor

Eine Ansammlung von Menschen mit Mikrophonen, Liedtexten und Notenständern, die mit ihrem Gesang die die Stimmung im Saal entfachen und jeden von seinem Platz reißt.

D

Deko

Der heroische Versuch, eine triste Mehrzweckhalle, innerhalb kürzester Zeit für eine Nacht in einen glitzernden Festsaal zu verwandeln.

Dreigestirn

Die karnevalistische Dreifaltigkeit, bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau. Sie bilden das Epizentrum des Karnevals.

E

Elferrat

Elf Herren, die mit ihren schicken Uniformen auf der Bühne sitzen und denken sie hätten die Kontrolle über den Abend. Die Zahl 11 steht übrigens für die Gleichheit aller Menschen.

F

Fetten Donnerstag

Dieser Tag wird auch Weiberfastnacht genannt. Der Tag, an dem Krawatten sterben und die Straßenfastnacht offiziell beginnen kann.

G

Garde

Von der Minigarde bis zur Aktivengarde – hier wird Tanz mit Tradition verbunden. Unsere Gardemädels trainieren das ganze Jahr für die wenigen Minuten im Rampenlicht.

H

Hallenstürmung

Der Moment, in dem die Narren symbolisch die Macht im Ort übernehmen. Meistens kampflos, da die Verwaltung froh ist, mal Pause zu machen.

K – Wie Kappensitzung

Kappensitzung: Das Herzstück unserer Saison. Ein bunter Mix aus Tanz, Musik und Büttenreden. Wichtigste Regel: Ohne „Kapp“ (Narrenkappe) ist man nicht richtig angezogen.

L – Wie Lehmer an de See (optional, falls relevant)

Hinweis: Hier könnte man lokale Tholeyer Spitznamen einbauen, falls der Verein eine spezielle Verbindung zu einem Ortsteil oder einer Sage hat.

M – Wie Männerballett

Männerballett: Der unangefochtene Höhepunkt für die Lachmuskeln. Wenn gestandene Männer Grazie (oder zumindest den guten Willen dazu) beweisen, bebt die Halle.

O – Wie Orden

Sessionsorden: Die „Währung“ der Fastnacht. Man bekommt ihn nicht geschenkt, man muss ihn sich verdienen – durch Engagement im Verein oder besondere Verdienste um den Humor.

P – Wie Prinzenpaar

Prinzenpaar: Die Regenten über das närrische Tholey. Bestehend aus Prinz und Prinzessin (oder manchmal auch einem Kinderprinzenpaar), führen sie das närrische Volk durch die Session.

S – Wie Schunkeln

Schunkeln: Die sportliche Höchstleistung des Sitzungspublikums. Man hakt sich beim Nachbarn ein und bewegt sich im Rhythmus der Musik von links nach rechts. Fördert die Gemeinschaft und die Standfestigkeit.

T – Wie Tholey

Tholey: Der Mittelpunkt der Welt – besonders an Faasend. Hier wird Tradition seit 1875 großgeschrieben.

Ü – Wie Üwwa uus

Üwwa uus: Unser Dialekt für „Über uns“. Hier erfährst du alles über die Köpfe hinter der KG und was uns antreibt.

Z – Wie Zug

Faasends-Umzug: Wenn die Garden und Prunkwagen durch die Straßen ziehen und es „Gutzjer“ (Süßigkeiten) regnet. Ein Muss für jeden Tholeyer.

  • I – Inthronisierung: Die Krönung der Tollitäten. Ab hier haben Prinz und Prinzessin das Sagen – zumindest bis Aschermittwoch.

  • J – Joggel: Eine traditionelle Narrenfigur, oft in der schwäbisch-alemannischen Fasnacht zu finden. Sieht wild aus, will aber meistens nur spielen (oder Süßigkeiten verteilen).

  • K – Kanzler / Kappensitzung / Kamelle:

    • Kanzler: Ob der in Berlin oder der im Verein – im Karneval bekommen beide ihr Fett weg.

    • Kappensitzung: Das Hochamt des organisierten Frohsinns mit Bütt, Tanz und Tusch.

    • Kamelle: Die harte Währung des Rosenmontagszugs. Fliegt tief, schmeckt süß.

  • L – Lachen / Luftschlangen: Lachen ist Pflicht, Luftschlangen sind das dekorative Äquivalent dazu, das man noch Wochen später hinter dem Sofa findet.

  • M – Mitgliederversammlung / Minis: Die Versammlung ist der ernste Teil des Spaßes; die Minis sind die Nachwuchstänzer, die allen die Show stehlen.

  • N – Narren / Narhallamarsch: Wir alle! Begleitet vom Narhallamarsch, der Universalmelodie, die jeden Ein- und Auszug feierlich untermalt.

  • O – Orden: Das Lametta des kleinen Mannes. Je schwerer das Metall am Hals, desto wichtiger der Narr (oder desto stärker die Nackenmuskulatur).

  • P – Prinzenpaar: Das royale Duo der Session. Ihre Hauptaufgabe: Lächeln, Winken und die Kondition eines Marathonläufers beweisen.

  • Q – Quatsch: Die Grundvoraussetzung für alles oben Genannte. Wer hier Logik sucht, hat den Karneval nicht verstanden.

  • R – Rosenmontag / Rakete: Der Rosenmontag ist der höchste Feiertag. Die Rakete ist der dreistufige Applaus (Klatschen, Trampeln, Jubeln), wenn ein Witz tatsächlich gezündet hat.

  • S – Schunkler: Eine rhythmische Seitwärtsbewegung, die Fremde in Sekunden zu besten Freunden macht.

  • T – Tanzgruppen / Tusch: Während die Gruppen artistische Höchstleistungen vollbringen, rettet der Tusch der Kapelle jeden mittelmäßigen Witz.

  • U – Unterhaltung / Umzug: Unterhaltung ist das Ziel im Saal; der Umzug ist die mobile Version davon, inklusive Wind, Wetter und Wagenbaukunst.

  • V – Vorstand: Die Menschen, die das ganze Jahr über planen, damit im Februar alle so tun können, als wäre alles purer Zufall.

  • W – Wacholder: Ein beliebtes „Schmiermittel“ bei Umzügen, das von innen wärmt und die Zunge lockert.

  • Z – Zugabe / Zippelkappenwanderung: Wenn das Publikum „nochmal!“ schreit, gibt’s die Zugabe. Die Zippelkappenwanderung ist der sportliche Beweis, dass man auch mit Narrenkappe und Wanderschuhen eine gute Figur macht